Die Rotkäppchen Card – Regionaltreue, die verbindet

Wer in der Schwalm einkauft, kennt sie längst: die Rotkäppchen Card. Was als einfache Plastikkarte begann, ist heute ein modernes digitales Gutscheinsystem mit regionaler Strahlkraft. Die Rotkäppchen Card aus der Schwalm ist ein Paradebeispiel dafür, wie regionale Kundenbindung über viele Jahre erfolgreich weiterentwickelt werden kann. 

Vom regionalen Bonusprogramm zur digitalen Plattform

Vor rund 20 Jahren startete die Rotkäppchen Card als klassische Plastikkarte, die bei teilnehmenden Aufladestellen mit Guthaben versehen werden konnte. Ziel war es von Beginn an, Kundinnen und Kunden für den Einkauf in der eigenen Region zu begeistern und die lokale Wirtschaft zu stärken.

Das Konzept war seiner Zeit voraus: eine regionale Bonuskarte, die wie ein lokales Payback-System funktionierte – nur eben für die Schwalm. Punkte konnten direkt beim nächsten Einkauf eingelöst werden, und die beteiligten Betriebe gewährten sich gegenseitig Rabatte. So entstand früh ein Netzwerk, das die Kaufkraft in der Region hielt und nachhaltige Kundenbindung ermöglichte.

Mit dem Wechsel zu Awiti wurde die Rotkäppchen Card konsequent digitalisiert. Neben der klassischen Plastikkarte gibt es heute auch die Möglichkeit, Gutscheine direkt online zu kaufen und aufzuladen. Die neue technische Basis ermöglicht ein flexibles und benutzerfreundliches Handling, sowohl für Kundinnen und Kunden als auch für die teilnehmenden Betriebe.

Der Übergang ins neue System verlief für die Endkunden besonders einfach. Als ersten Schritt erhielten rund 4.000 bestehende Karteninhaber automatisch eine neue Gutscheinkarte, auf die ihr bisheriges Guthaben aus dem alten System übertragen wurde. So konnten alle Nutzer ihr vorhandenes Guthaben ohne Unterbrechung weiterverwenden. Ein nahtloser Wechsel, der auf große Akzeptanz stieß. Wer möchte, nutzt weiterhin die physische Karte wie gewohnt; alternativ können Gutscheine jetzt auch digital als PDF oder per QR-Code auf dem Smartphone verwendet werden. Damit bleibt das System für alle Nutzergruppen komfortabel und zugänglich.

Aktionen, Käppies und echte Regionalität

Was die RotkäppchenCard besonders lebendig macht, sind die vielen Aktionen und Bonusprogramme, die regelmäßig in der Region stattfinden. Ob Extra-Käppies beim Freibadbesuch in Ziegenhain oder doppelte Punkte beim Schuhkauf im örtlichen Fachgeschäft, die Karte sorgt immer wieder für kleine Überraschungen im Alltag.

Diese Aktionen schaffen nicht nur Anreize, lokal einzukaufen, sondern zeigen auch, wie eng das System mit dem regionalen Leben verknüpft ist. Das Bonuspunktsystem, liebevoll „Käppies“ genannt, steht dabei sinnbildlich für den Charakter der Region: traditionell verwurzelt, aber mit einem Augenzwinkern modern umgesetzt.

Die Käppies geben dem System eine eigene Identität. Sie verbinden den regionalen Markencharakter mit einem spielerischen Belohnungsprinzip, das Kundinnen und Kunden motiviert, immer wieder bei teilnehmenden Geschäften einzukaufen. So wird jeder Einkauf zu einem kleinen Beitrag für die Gemeinschaft und die Region profitiert direkt davon.

Mehrwert durch Mitarbeitergutscheine

Eine zentrale Weiterentwicklung ist die Einführung der Mitarbeitergutscheine. Unternehmen können steuerfreie Zusatzleistungen oder Prämien direkt auf die Rotkäppchen Card ihrer Mitarbeitenden laden. Das sorgt für spürbare Wertschätzung im Arbeitsalltag, stärkt die Motivation der Mitarbeitenden und fördert gleichzeitig die Kaufkraft in der Region, wovon lokale Unternehmen direkt profitieren.

Durch die gebündelte Ausgabe von Gutscheinen werden viele Kaufanreize auf einmal gesetzt, sodass die regionale Wirtschaft und das gesamte System profitieren: Mitarbeitende nutzen ihre Gutscheine für alltägliche Einkäufe oder kleine Extras, Unternehmen steigern Loyalität und Motivation, und die Rotkäppchen Card bleibt als Bindeglied zwischen allen Beteiligten lebendig und relevant.

Empfehlungen für andere Regionen

Wer ein regionales Gutscheinsystem wie die Rotkäppchen Card aufbauen möchte, sollte sich zunächst auf die richtigen Grundlagen konzentrieren. Besonders wichtig ist eine engagierte Person, die das Projekt vorantreibt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

„Suchen Sie sich einen Macher!
Jemand, der Lust hat, das wirklich anzupacken. Sei es ein Mitglied des Stadtmarketings, eine engagierte Privatperson oder jemand aus einem Gewerbeverein. Die Person muss bereit sein, das Projekt in die Hand zu nehmen.“
- Christian Herche vom Verein RotkäppchenCard e.V.

Darauf aufbauend ist es sinnvoll, Fördermittel aus Programmen für Digitalisierung oder Innenstadtentwicklung zu nutzen, um die ersten Schritte zu unterstützen, etwa für Werbung oder organisatorische Maßnahmen. Ein besonders guter Start gelingt, wenn gleich zu Beginn ein oder zwei größere Unternehmen für das Projekt gewonnen werden können, die von Anfang an Aufmerksamkeit erzeugen, das Netzwerk stärken und das System in Schwung bringen. Mit einem engagierten Macher, gezieltem Marketing, der Unterstützung durch Fördermittel und verlässlichen Partnern vor Ort ist der Grundstein für ein erfolgreiches regionales Gutscheinsystem gelegt.

Fazit

Die Rotkäppchen Card zeigt eindrucksvoll, wie regionale Kundenbindung langfristig und nachhaltig funktionieren kann. Durch die Kombination aus einem engagierten Initiator, verlässlichen Partnern, einem klar strukturierten Netzwerk und der konsequenten Digitalisierung konnte ein System geschaffen werden, das Handel, Unternehmen und Kundschaft gleichermaßen verbindet. Besonders deutlich wird: Erfolg hängt nicht nur von der Technik ab, sondern vor allem von Menschen, die Verantwortung übernehmen, von durchdachtem Marketing und gezielter Förderung. Für andere Regionen bietet die Rotkäppchen Card einen inspirierenden Beweis dafür, dass regionale Treue und digitale Innovation Hand in Hand gehen können.